IBC 5G Webinar

VON Dr. Wolf SiegertZUM Donnerstag Letzte Bearbeitung: 14. August 2017 um 11 Uhr 53 Minuten

 

Willkommen in der Zukunft. Und in einem Szenario, das sich schon aus den Entwicklungen rund um die 3G- und 4G-Netzwerke ableiten lässt. Nein, man kann zwar nicht sagen, dass sich die gleichen Argumente mit neuen Datensätzen aufgefüllt einfach nur wiederholen. Aber es ist doch deutlich zu sehen, und zu unterscheiden, wer da welche Argumente vorträgt. Leute, die zum ersten Mal einen solchen "leap forward" entwickeln helfen, und solche, für die die Entwicklung und Begleitung eines solchen Sprungs nach vorne schon ein Stück weit Routine geworden ist.

Es ist unter diesem Aspekt durchaus von Interesse, die heute im Netz live unter der Adresse:

https://www.ibc.org/delivery/5g-and-the-broadcast-revolution/2085.article

durchgeführte Präsentation/Diskussion nochmals nachzuverfolgen. Die daran beteiligten Referenten sind:
— Darko Ratkaj, Senior Project Manager for Technology & Innovation, EBU
— Phill Lawson-Shanks, Chief Architect & Vice President of Innovation, EdgeConneX
— Gianluca Noya, Managing Director Network Mobile Services, Accenture

Nachdem es zunächst einer Reihe von Versuchen bedurfte, um Zugang zu diesem Angebot zu bekommen - das war nicht ein Problem des Providers, sondern des IE-Browsers von Microsoft - gaben alle drei Vorträge den Blick frei auf drei interessante Teilaspekte:

DARKO: EBU dessen Vortrag aus o.g. Gründen nur am Schluss mitgehört werden konnte, macht deutlich, dass schon heute auch die meisten traditionellen Broadcaster sowohl über die Luft als auch über Streamingkanäle "senden".

Die wichtigste Frage, die ihm gestellt wurde, lautete: Wird 5 G eine gemeinsame Grundlage sein für die Harmonisierung von Broadcast- und OTT-Angeboten? Und seine Antwort ist: Ja, das sei möglich. Aber es hänge davon ab, wer die "Gewalt" über diese Netze haben wird.

In diesem Zusammenhang sogleich ein weiteres Statement, das am Schluss dieses Webinars nochmals die Position Aller zusammenfasste. Nämlich, dass 5 G nur Erfolg haben könne mit einem co-location-Modell: Sharing and Collaborating seien ein "must", da die Kosten für die Infrastruktur anders sonst nicht bewältigt werden könnten.

PHILL: EdgeConneX

Er mach in seinem Vortrag einen klugen (Schach-)Zug. Indem er nämlich zunächst und ausschliesslich darauf hinweist, wo "das Internet" eigentlich hergekommen sei und dass es in seiner traditionellen Konzeption nicht darauf ausgelegt sei, all diese neuen Dienste zu bewältigen, die schon jetzt in dieser Infrastruktur eingebunden werden.

Hier einige seiner Thesen in aller Kürze:

— "We are in exponential terms, no more in linear terms..."

— Mit 5 G kann man (potenziell "jeder") ein "Global Media Broadcaster" sein.

- Das Internet war einst für e-mail entwickelt worden, nicht für Media-Services...

- Schon heute ist Mobile incl. Tablets so stark wie Desktop.

- Look at "twitch-TV".

GIANLUCA: Accenture

Gehört zu jenen, die "mit aller Gewalt" versuchen, ihre Kunden auf diese neue Schiene zu setzen. Und sie dazu ermutigen will, sich dafür zu engagieren - auf finanziell.

— Heute kaufen die "cable-operators a lot of spectrum..."

— "Home... das wird in Zukunft jeder Ort sein, an dem man sich gerade aufhällt."

— "Liefer-"Dienste: Es wird "over the air" und "over the top"-Anwendungen geben.
— "Usecases": Es wird auch ganz neue Anwendungen geben: "AR, VR, 360°; Sync View, 4K Video, Live Holograms".
— "Die Folge: "Predictions" "Diagnostics" "Automated Actions"

Am Ende der drei Vorträge kommt es zu einer Schlussdiskussion, zu einem Dank an die drei Referenten (mit in allen drei Fällen sehr ausgefeilten Präsentationen) und der Aufforderung, das ganze Event zu bewerten.

Für die Online-TeilnehmerInnen gibt es die Nachricht: "This webinar is being converted to HD video for the best viewing experience and will be available soon. You can save it to your watch later list now and revisit it at your convenience. "

Und für die Beteiligten die Nachricht, dass es in der grossen Runde der "attendees" nicht nur Männer gab, sondern auch Frauen: vom Bayerischen Rundfunk, von NEXTVISION (Brasilien), Yleisradio (Finland), cognizant (India), Telia (Sweden), Idependet TV/new-media lecturer (India), Basejest Ltd (United Kingdom), NAETA Mobile Reporting (United States), zennor communivations (United Kingdom), EdgeConneX (United Kingdom), ... [1] und dass es sich bei solchen Veranstaltungen wie diesen um ein wahrhaft internationales Publikum handelt [2].

Darüber hinaus gibt es noch zwei Erkenntnisse festzuhalten, die vielleicht für Einige schon evident sind, und dennoch an dieser Stelle - dann ggf. nochmals - vorgebracht werden sollten:

- mit solchen "Veranstaltungen" wie diesen wird nicht nur die Nähe zum Veranstalter, im diesem Fall der IBC-Konferenz, weiter gestärkt, sondern die Konferenz selber bekommt einen anderen Charakter. Man hat schon zuvor voneinander gehört, die Bühnen-Event ist (nur noch) eine der follow-on-sessions dieser Diskussion. Und es mag sogar das Bedürfnis, das Interesse geben, diese oder jene Person, die einem bis dahin nur online bekannt war, auch persönlich (an-)sprechen zu können.

- die ganze Struktur von Lehren und Lernen wird sich ändern (müssen!). Heute ist es immer häufiger möglich, sich selber aus weltweit bereitgestellten Onlinequellen zu unterrichten, zu informieren, aus ihnen zu lernen. Was bedeutet, dass ein "Herr Professor" zwar immer noch über ein profundes wie aktuelles Fachwissen verfügen müssen, das er auch im konkreten Zusammenhang zum Vortrag - und zur Anwendung - zu bringen in der Lage ist. Aber dass sich in der Zukunft solche Lehr- und Lernpfade immer mehr auch unabhängig von dieser Figur entwickeln: was ihn nicht überflüssig werden lässt, wohl aber mit ganz neuen Aufgaben und Herausforderungen konfrontiert.

Anmerkungen

[1Diese Liste ist nicht vollständig, da in einigen Fälle nicht genügende interkulturelle Kenntnisse vorlagen um entscheiden zu können ob die eingetragenen Vornamen für eine Frau oder für eine Mann stehen - was erstmals erklärlich werden lässt, warum es vor allem seit langem in Chinesischen seit langem üblich ist, dem Eigennamen auch einen westlichen Vornamen hinzuzufügen.

[2Und beim Durchsuchen der Teilnehmerliste tauchten sogleich auch die Namen mehrerer Freunde und Bekannte - von der EBU in der Schweiz, aus Frankreich, aus Asien und den USA - auf.


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