Vom IT- zum Digital-Gipfel (I)

VON Dr. Wolf SiegertZUM Montag Letzte Bearbeitung: 28. August 2017 um 18 Uhr 08 Minutenzum Post-Scriptum

 

Ein aktualisierte und bebilderte Version dieses Beitrags wird erst später zur Verfügung stehen.

Zur Einleitung

einige Links mit einführenden Hinweisen und Dokumenten zum heute in Ludwigshafen beginnenden "Digital-Gipfel". Eine Veranstaltung, die sich die Jahre zuvor schon als "IT-Gipfel" etabliert hatte. Das Programm dieser zwei Tage ist hier nachfolgend ebenfalls nochmals als PDF-File eingestellt worden. Es ist die letzte grosse Veranstaltung zu diesem Thema in dieser Legislaturperiode. Und es wird spannend sein, darauf zu achten, welche der hier gesetzten Signale auch in der nachfolgenden Legislaturperiode weiter gehört und gesetzt werden. [1]

- https://www.de.digital/DIGITAL/Redaktion/DE/Dossier/it-gipfel.html

- http://initiatived21.de/veranstaltungen/digitalgipfel-2017-der-bundesregierung/

PDF - 962.8 kB
Programm Digital Gipfel 2017

Vorab

aber der Hinweis, das es bereits am Sonn-Tag bevor eine "Gipfel"-Veranstaltung in Rheinland-Pfalz gab: Den zweiten Orchestergipfel mit den insgesamt fünf Orchestern aus Kaiserslautern, Koblenz, Ludwigshafen, Mainz und Trier in der Landeshauptstadt Mainz.

Schwerpunkt der Berichterstattung

dieses ersten Tages wird die Veranstaltung der Plattform „Kultur und Medien“ sein - auch oder auch gerade dann, wenn diese nicht das grosse Interesse der KonferenzteilnehmerInnen wird auf sich lenken können:

Veranstaltung zum Digital-Gipfel der Bundesregierung: „Content aus der Kurpfalz – Kreatives Schaffen im digitalen Zeitalter“
• Es diskutieren: Malu Dreyer (Ministerpräsidentin Rheinland-Pfalz), Jasmin Tabatabai (Schauspielerin und Musikerin), Prof. Nico Hofmann (UFA), Martin Hoffmann (Berliner Philharmoniker), Udo Röbel (Journalist und Autor), Moderation: Ulrike Simon (Journalistin)
• Am Ort des „Urknalls“ des privaten Rundfunks in Ludwigshafen am 12. Juni

Berlin, 6. Juni 2017
Der Verband Privater Rundfunk und Telemedien e.V. (VPRT) informiert über eine Veranstaltung der Plattform „Kultur und Medien“ [2] des Digital-Gipfels der Bundesregierung: Am 12. Juni 2017 werden herausragende Vertreter der Inhaltebranche im Rahmen der Veranstaltung „Content aus der Kurpfalz – Kreatives Schaffen im digitalen Zeitalter“ die Transformation der Medienlandschaft und Kreativwirtschaft durch die Digitalisierung erörtern. Und das an einem historischen Ort, der insbesondere für den Rundfunk in Deutschland eine besondere Bedeutung hat: So wurde in einem Kellerstudio in Ludwigshafen am 1. Januar 1984 durch die Anstalt für Kabelkommunikation (AKK) der Startschuss für das Kabelfernsehen sowie den privaten Fernseh- und Hörfunkbetrieb in Deutschland gegeben.

An der einstündigen Diskussion werden Malu Dreyer, Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz; Jasmin Tabatabai, Schauspielerin und Musikerin; Prof. Nico Hofmann, Co-CEO UFA GmbH; Martin Hoffmann, Intendant der Stiftung Berliner Philharmoniker sowie Udo Röbel, Journalist und Autor teilnehmen. Das Panel beginnt mit einer Einführung durch Dr. Günter Winands, Amtschef bei der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Jürgen Doetz, Bevollmächtigter des VPRT für die Deutsche Content Allianz (DCA)/Koordinator der DCA, wird das Schlusswort sprechen. Moderatorin der Veranstaltung ist die Medienjournalistin Ulrike Simon.

Die Veranstaltung findet am 12. Juni von 14:45 bis 15:45 Uhr im Pfalzbau, Studio, Wredestraße 26, 67059 Ludwigshafen am Rhein statt und wird im Nachgang auch als Streaming-Angebot online zur Verfügung stehen. Daher an dieser Stelle nur einige kurze Stichworte, die direkt an dieser Stelle live während der Veranstaltung eingetragen wurden. Sowie zwei O-Töne, die sowohl in diesem Streaming-Angebot, als auch sogleich an dieser Stelle nochmals nachgehört werden können: Von Nico Hofmann und von Jürgen Doetz.

Ulrike Simon (Journalistin) beginnt mit der Erfindung des Buchdrucks und kulminiert in den aktuellen Zahlen zur Frage der Kreativwirtschaft.

Dr. Günter Winands, Amtschef bei der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien verweist auf die Gründung der Anstalt für Kabelkommunikation am 1. Januar 2014.
Die Herausforderungen von damals sind gemeistert worden. Und wie sieht es mit den Herausforderungen von heute aus? Was ist, wenn man eine Woche ohne Smartphone leben würde? Was ist das digitale Leitmedium im Jahr 2025? Dieser aktuelle Prozess kann die demokratischen Strukturen dieser Gesellschaft in Frage stellen. "Die Datenautobahn ist kein grenzenloser Ort einer grenzenlosen Freiheit." Kreative Arbeit müsse sich auch weiterhin lohnen.
Die Streaming-Plattformen sind in Zukunft "stärker als bisher in die Pflicht zu nehmen". Die gemeinsame Arbeit in der Bund-Länder-Kommission zeigt, dass diese Koordination weiter vorangetrieben werden soll.

- Udo Röbel (Journalist und Autor). Über die Gründung von "Bild.de" - "damals" hat man sich bei der Springer-Spitze noch geweigert, diese Frage zu stellen. Aber nachdem er aus den USA zurück war, hiess es "mach einfach mal". Und dann haben wir die Zeitung abfotografiert und als PDF auf die Seite gestellt. 2002 kam die verrückte Idee der ersten Live-Übertagung im Netz mit 40.000 Zuschauern im Netz.
Mit dem neuen Vorstand ... bracht der neue Markt zusammen. Aber dann kam Ron Sommer und bei einem Italiener in Hamburg kam es zu Bild-T-Online.
Als Krimi-Autor ... sei er immer noch seiner Zeit voraus: Der "Rote Reiter" erscheint mit all den historischen Details mit einer "App" bei Apple.

- Heike Raab spricht für Malu Dreyer (Ministerpräsidentin Rheinland-Pfalz) über die gemeinsame Gründung eines Landesrates für Digitalisierung. "Wir brauchen den Austausch mit all den kreativen Köpfe". Und heute gibt es "FUNK" in Mainz. Und die Pop-Akademie in Mannheim. "Rheinland-Pfalz als Musterland der Digitalisierung" - da geht es um die Vernetzung von Land und Leuten in einer interdisziplinären Umgebung.
Die Telekom solle endlich dafür sorgen, dass wir überall in Rheinland-Pfalz überall LTE bekommen.

- Jasmin Tabatabai (Schauspielerin und Musikerin) hat sehr schnell begriffen, Mehrspuraufnahmen im Computer zu machen. Ihr geht es gegen die Entmündigung der Kreativen. Es geht um mehr Eigenverantwortlichkeit. "Ich spiele immer noch in
Echtzeit mit Menschen". Heute ist das Drehen schneller geworden. Aber irgendwann ist auch da ein Grenze. "Ich möchte natürlich immer drehen und überall gesehen werden." "Die grössten Stars für meine Kinder sind die YouTube-Stars." "Früher wollte ich noch Nicht-Erreichbar-Sein. Heute gehört DAS zum guten Ton." "Wir wollten alle individuell sein, heute musst Du massenkompatibel sein."
Das Urheberrecht ist eine grosse Herausforderung. Wir brauchen die Politik!

- Prof. Nico Hofmann (UFA):

"Mein Vater war aktiver Journalist". Die ersten Filme habe ich im Hemshof gedreht, hier in Ludwigshafen. "Wir verschwimmen hier im Thema..." Die Zeit von SAT 1 war die von Jürgen Doetz und Martin Hoffmann.
Die Charité von der UFA hat alles andere bewirkt als den sogenannten Publikumsverfall.
Wir brauchen eine starke Mediathek. Die Öffentlich-Rechtlichen sind nach wie vor die wichtigen Zugpferde in diesem Bereich. Fernsehen nicht mehr live, sondern jetzt in der Mediathek.
Wichtig. Amazon und Netflix erweitern die Menge der Beauftragung der Beauftragungen. Wir brauche eine neue Regelung für die europäische Distribution auf den Plattform. Wenn wir das nicht bekommen, übernehmen diese Dienste die Hoheit über das eigene Erbe.

- Martin Hoffmann (Berliner Philharmoniker), 2009 auf dem Orchesterplatz vor Taipei: das war der Impuls für die neue Arbeit mit der Digital Concert Hall. Und diese Arbeit nimmt überhaupt kein Publikum weg. Wir passen die Inhalte nicht an. über 100tausen Nutzer über 30tausend Abonnenten. Anfangs ein Konzert für 20 Euro. Das hat sich nicht durchgesetzt. Heute 120 Euro pro Jahr.

- Jürgen Doetz (Bevollmächtigter des VPRT für die Deutsche Content Allianz (DCA)/Koordinator der DCA): Sinn der Sache heute ist es, nach vorne nach schauen.
Es ist notwendig, in diesem - kleinen - Kreis Flagge zu zeigen. Diese Kongress ist auch ein Prozess. "Wir brauchen eine gerechte digitale Ökonomie." ... "Digital ist mehr als Technik". In Ludwigshafen haben wir nicht Kabel verkaufen wollen, sondern neue Inhalte produzieren. "Wir brauchen ein ’plain level playing field’".

Wir konfrontieren den Gipfel mit der Kultur. Und dieses Engagement ist ausbaufähig. Es geht um unsere innerste Überzeugung, dass Kultur und Medien nicht am Krückstock gehen.

Im Nachgang zu dieser Veranstaltung wurden mit und zwischen den Beteiligten eine Reihe weiterer Gespräche geführt. Hier ein Ausschnitt aus dem Interview mit Martin Hoffmann, das spontan kurz vor seinem Rückflug nach Berlin geführt werden konnte.

Schon zuvor verabredet dagegen war das Gespräch mit Heike Raab, das hier in voller Länge wiedergegeben wird:

P.S.

Hiernach einige Bild- und Ton-Dokumente vom Bitkom-Vorabend-Empfang bei der SAP in Walldorf:


© all rights reserved

Anmerkungen

[1Achtung, dieser vorab zur Information eingestellte Link:
- https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Veranstaltungen/2017/20170612-digital-gipfel-2017.html steht nach dem Ende der Veranstaltung nicht mehr zur Verfügung:

PDF - 962.8 kB
Programm Digital Gipfel 2017

[2

Die Plattform Kultur und Medien des Digital-Gipfels widmet sich unter dem Vorsitz von Staatsministerin Prof. Monika Grütters sowie Jürgen Doetz, Bevollmächtigter des Verbands Privater Rundfunk und Telemedien e.V. (VPRT) für die Deutsche Content Allianz (DCA)/Koordinator der DCA, den Themenfeldern Kultur und Medien im Rahmen der „Digitalen Agenda 2014-2017“. Ziel ist es, die Perspektiven von Kreativen, Kreativwirtschaft und Inhalteanbietern noch stärker in der Digitalpolitik der Bundesregierung zu verankern. Inhalte liefern die Erzählungen, den Sound, die Bilder, die Wissens- und Informationsbasis unseres Zusammenlebens. Sie unterhalten, klären auf, bilden, setzen neue Impulse und prägen nicht zuletzt die kulturelle Identität und Meinungsbildung des Einzelnen sowie der Gesellschaft. Gleichzeitig ist Deutschlands Kultur- und Medienlandschaft einer der bedeutendsten Wirtschaftszweige: Über 1,6 Millionen Beschäftigte und rund 150 Milliarden Euro pro Jahr verdeutlichen das enorme Potenzial der Kreativbranche.
Die IT-/Digitalwirtschaft und die Kultur- und Medienschaffenden gemeinsam produzieren attraktive und relevante Digitalangebote für die Gesellschaft. Deshalb ist es folgerichtig, dass die vielfältigen Bereiche aus Kultur sowie Medien und damit die Inhalte als solche nicht nur in der Digitalen Agenda der Bundesregierung, sondern auch beim Digital-Gipfel inzwischen eine feste Größe sind. Dieser kooperative Ansatz muss konsequent weiterverfolgt werden.
Die Produktion von kreativen Inhalten und ihre Verbreitung durch die Digitalisierung hat sich dabei stark gewandelt, was mit neuen Herausforderungen für einen rechtlich wie wirtschaftlich gerecht ausgestalteten Ordnungsrahmen einhergeht

.


17404 Zeichen