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VON Dr. Wolf SiegertZUM Dienstag Letzte Bearbeitung: 22. Mai 2017 um 09 Uhr 50 Minuten

 

Am Freitag, den 7. April 2017, 16:10 Uhr erreichte uns diese Mail:

Sehr geehrte Frau Kollegin,
Sehr geehrter Herr Kollege,

- wollen Sie, dass das Finanzamt künftig Ihre Einnahmen und Ausgaben schätzt und Ihre Steuern raufsetzt? Wenn nicht, dann sollten Sie weiterlesen ...

- Vielleicht kennen Sie mich noch als Tipp-Moderator aus dem ZDF-Verbrauchermagazin WISO, wo ich auch geistiger Vater von Deutschlands führendem Steuerprogramm, dem „WISO Steuersparbuch“ war. Bei Recherchen in diesem Umfeld bin ich kürzlich auf eine fiese Steuerfalle gestoßen, von der auch ich bis dahin keine Ahnung hatte:

- Die GoBD – Amtsdeutsch: „Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff“. Seit 1. Januar 2017 sind sie zwingend vorgeschrieben für alle, die Gewinne erzielen, selbst Rechnungen schreiben und Belege für betriebliche Ausgaben absetzen. Das sind alleine nahezu 5 Millionen Kleinunternehmer und Freiberufler in Deutschland, vermutlich also auch Sie selbst.

- Klartext: in „Word“ verfasste Rechnungen, per Tabelle verbuchte Einnahmen und Ausgaben oder nicht digital gesicherte Originale von Eingangsrechnungen werden bei der Steuer nicht mehr anerkannt. Im Falle einer Prüfung darf das Finanzamt dann – rückwirkend bis zu fünf Jahre – Gewinne und Verluste schätzen. Und noch schlimmer: sämtliche Vorsteuern, die abgezogen wurden, zurückfordern. Das kann also teuer werden.

- In Zusammenarbeit mit Lexware, dem führerden Anbieter von Business-Komplett-Lösungen für KMUs und Selbstständige, lade ich Sie zu einem kostenlosen dreistündigen GoDB-Workshop ein. Einmal, weil sich dieses brisante Thema vielleicht auch für Ihre Leser, Hörer oder Zuschauer lohnt. Vor allem aber, um Ihnen zu zeigen, wie Sie selbst dieser Steuerfalle entkommen.

• Andreas Sprenger, Steuerberater und Dozent an der Haufe Akademie, wird Ihnen die 184 neuen Vorschriften kurzweilig und vor allem verständlich erläutern.
• Dr. Carsten Block und Frank Steinberg, ausgefuchste Trainer von Lexware, zeigen Ihnen in einfachen Schritten, wie Sie GoBD-konforme Rechnungen schreiben und Einnahmen und Ausgaben festhalten – mit zertifizierter Datensicherheit auf Bankenniveau.

- Am Ende nehmen Sie umfangreiches Rüstzeug mit:

• USB-Stick mit den Präsentationen des Workshops, Pressetexte und Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Thema GoBD (die sie selbstverständlich für Ihre eigene Arbeit honorarfrei verwenden können) und weitere Materialien.
• Das Fachbuch „GoBD – Auch im Mandantenalltag relevant“ von Wolfgang Macht, als Diplom-Finanzwirt bei der bayerischen Finanzverwaltung als Betriebsprüfer tätig, einer der Experten auf dem Gebiet der GoBD.
• Einen persönlichen Freischaltcode für erstmal 12 Monate, falls Sie zu Hause gleich selbst damit loslegen wollen, Ihre Rechnungen und die „Buchhaltung“ mit lexoffice GoBD-konform einzurichten (Gegenwert fast 180 Euro).

- Für das alles zahlen Sie nichts. Sie müssen sich nur verbindlich zu einem der 12 Workshops anmelden, hinkommen und am besten Ihr eigenes Notebook, MacBook, iPad oder Android Tablet mitbringen; wenn das nicht geht, melden Sie sich per Mail für eines der 10 Leih-Notebooks an, die wir mitbringen.

- An jedem der 6 Orte stehen vormittags (10:00 bis 13:00 Uhr) und nachmittags (14:00 bis 17:00 Uhr) jeweils 20 Trainingsplätze in den nahe zum jeweiligen Hauptbahnhof gelegenen Hotels zur Verfügung. Sie sollten mit Ihrer Zusage also nicht lange warten.

- Hier melden Sie sich durch einen Klick auf den entsprechenden Link an:

- 23.05. Berlin – https://profipool.doodle.com/poll/fmrwvd3cscmxnuu7
- 31.05. Hamburg – https://profipool.doodle.com/poll/ktznby9ysh82khda
- 08.06. Leipzig – https://profipool.doodle.com/poll/uahra2egqqvep893
- 14.06. Düsseldorf – https://profipool.doodle.com/poll/x9ih7xzmiw4dd5ep
- 20.06. Mainz – https://profipool.doodle.com/poll/h368pq28mr7bva4b
- 21.06. Stuttgart – https://profipool.doodle.com/poll/zsqm5dmav9u385tr

Übrigens: Sie können diese Einladung gerne auch an Kollegen weiterleiten, die nicht auf unserer Liste standen und vielleicht Interesse an unserem Angebot haben.

Ich freue mich auf Ihre Zusage und verspreche Ihnen ein paar aufschlussreiche Stunden.

Mit kollegialen Grüßen,
Ihr

:-) Günter D. Alt

Nach Rücksprache mit dem Deutschen Journalistenverband kommte es am 24. April 2017 zu dieser Stellungnahme mit der Überschrift: Steuern. Keine Angst vor der Buchhaltung:

Mailing für Seminare von Steuersoftware sorgt für Aufregung

Ein Software-Unternehmen sorgt derzeit mit einem Mailing für Aufregung unter freien Journalisten. In der Mail werden kostenlose Informationsveranstaltungen zum Thema Buchführung angeboten, mit dem Hinweis auf Haftungsrisiken, die sich auf Grund von gesetzlichen Änderungen ergeben, die seit 2017 gelten. Ganz wohltätig gemeint ist die Veranstaltung freilich nicht, da in diesem Zusammenhang auch noch der - zunächst kostenlose - Test der Software vermittelt wird.

Das Thema Buchhaltung und Form der Aufbewahrung ist kein wirklicher „Hammer“, wie es annonciert wird, sondern eine Selbstverständlichkeit für Selbständige. Die Pflichten, um die es geht, sind auch schon seit dem Jahr 2015 bekannt. Auf die Notwendigkeit einer ordnungsgemäßen Buchhaltung weist der DJV in seinen diversen Ratgebern ohnehin schon immer hin. Der DJV erläutert die Grundzüge steuerlicher Pflichten für Selbständige in seinem Spezialratgeber "Steuertipps für Journalisten", der auch online bestellt werden kann.

Kürzlich wurde auch mit der Fachjournalistin Constanze Elter ein Webinar zum Thema Buchhaltung durchgeführt, dessen Aufzeichnung (kostenpflichtig) unter www.djv.de/videothek bestellt werden kann. Direkter Link: https://www.djv.de/startseite/service/mitgliederservice/shop/kleine-helfer-fuer-den-alltag/webinare/detail/d/338/buchhaltung-f-r-freie-journalisten/0.html

Für Mitglieder billiger, wenn Login ins DJV-Intranet erfolgt und dann die Shop-Seite aufgerufen wird. Alternativ kann die Aufzeichnung auch direkt per Mail an mur@djv.de bestellt werden, Kosten für Nichtmitglieder: 39 Euro, Mitglieder: 19 Euro.

Beim Bayerischen Journalistenverband (BJV) findet am 8. Mai auch ein Seminar zum Thema Buchhaltung mit Constanze Elter statt:

BSW-Seminar: Steuer-Know-how leicht gemacht – Buchhaltung im Griff für Freiberufler
Zeit: 8.05.2017 - 10:00 Uhr
Ort: BJV-Geschäftsstelle, St.-Martin-Str. 64 (S-Bahn-Haltestelle St.-Martin-Str., Linien 3 und 7, in Richtung Ostfriedhof rausgehen, das Gebäude befindet sich gegenüber des Friedhofs, MVV-Fahrplanauskunft), 81541 München

Informationen zum Thema gibt es auch beim Bundesfinanzministerium in einer PDF-Datei zum Thema "Grundsätze zur ordnungs­mäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff (GoBD)".

Etwas verständlicher formuliert finden sich Informationen auch bei der renommierten Buchhaltungsfirma DATEV: Kurzdarstellung (von 2015) sowie längere Erläuterung (regelmäßig aktualisiert, zuletzt Januar 2017).

Ansonsten sind die Referenten der mit der E-Mail angebotenen Veranstaltung grundsätzlich als seriös zu bewerten und die Teilnahme ist ohnehin kostenlos, wenn wir nichts übersehen haben, auch wenn da natürlich das Verkaufsinteresse der Firna da ist, die mit der Veranstaltung ihre Software anbieten will, sonst würde sie es kostenlos nicht geben. Hier gilt das Gleiche wie bei Kaffeefahren: wer stark genug ist, bekommt eine kostenlose Reise, wer nicht aufpasst, kommt dagegen mit einer Matratze nach Hause, die er nicht brauchte.

Beim Thema Buchhaltung sollten freie Journalisten in jedem Fall aufpassen und sich immer wieder einmal damit beschäftigen; im Zweifel hilft dabei natürlich auch der eigene Steuerberater, den die meisten Selbständigen ohnehin nutzen. Denn etwas interessantere Steuermöglichkeiten wie etwa den Investionsabzugsbetrag sind von den Formalitäten am Ende doch recht anspruchsvoll, so dass der Gang zum Steuerberater im Regelfall ohnehin ratsam ist. Und da kann es übrigens wiederum sinnvoll sein, eine Software zu nutzen, die auch vom Steuerberater verwendet wird, weil das den Datenaustausch einfacher macht.

Michael Hirschler, hir[AT]djv.de


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