Reaktionen auf den DigitalGipfel, Teil 2

VON Dr. Wolf SiegertZUM Samstag Letzte Bearbeitung: 9. Dezember 2018 um 23 Uhr 34 Minutenzum Post-Scriptum

 

0.

Hier eine Fortführung jener Sammlung von Reaktionen auf den DigitalGipfel, Teil 1. Wir werden an dieser Stelle zunächst nochmals den Punkt II. aufgreifen und hier gleich zu Beginn weiter entfalten.

I.

Es ging und geht um die schon seit Jahren immer wieder gestellte - und auf dieser Platform samt ihrer Antworten immer wieder neu dokumentierte ´ [1] Frage: "Welche grosse Herausforderung kommt nach der Digitalisierung?".

Zu Beginn dieser Art von Umfragen stiess diese Frage nur auf Unverständnis, Kopfschütteln und Sprachlosigkeit, so wie sie jetzt in Nürnberg als pars pro toto dennoch hörbar gemacht werden konnte:

Im Verlauf dieser zwei Tage aber hatte sie zumindest eine Chance, auch gehört, angenommen und sogar beantwortet zu werden.

Dieses erste Gesprächsbeispiel mit gleich 3 Antworten zeigt, dass sich die Lage deutlich geändert hat und die Bereitschaft und das Interesse besteht, sich auch einer solchen Frage durchaus anzunehmen:

II.

Viele der insgesamt ca. 50 befragten Personen bezogen sich in ihren Antworten auf die Position, dass es weder jetzt noch in den nächsten Jahren möglich sei, diese Frage wirklich beantworten zu können, da die aktuellen Digitalisierungs-Aufgaben noch eine lange Zeit im Mittelpunkt des eigenen Denkens und Tuns stehen würden.

Hier zunächst einige kurze Antworten, die diese Position zum Ausdruck bringen:

Hier eine sehr ausführliche Begründung dieser Position:

Und hier die ’ultimative Antwort’ im Rahmen dieses Clusters von Stellungnahmen:

Auch bei den nachfolgenden Antworten steht dieser Gedanke im Mittelpunkt, aber es wird darüber hinaus auch ein Ausblick in die Zukunft zur Sprache gebracht, mit Themen wie "Umwelt":

oder "aus den Erfahrungen lernen":

In dem folgenden Dialog gibt es diese sich widersprechenden Positionen: die erste Stimme spricht von der Wahrung der "Privatsphäre" als Herausforderung, die zweite davon, dass es mit der Digitalisierung so weitergehen werde, wenn dann vielleicht auch unter einem anderen Namen:

III.

In den nachfolgenden Aussagen wird dagegen explizit auf die Fragestellung eingegangen und es werden eine Vielzahl von Themen angesprochen, von der "Einheitlichkeit der Lebensverältnisse" bis hin zu der Frage nach den in Zukunft wichtigen Werten und Zielen:

Am häufigsten sind dabei Positionen wie diese hier zitierten vertreten, die sich immer wieder dem "Menschen" und seiner "Wohlfahrt" zuwenden:

VI.

Die hier vorgestellten Antworten sind alle am Vormittag des 4. Dezember beim Warten auf einen Kaffee oder das Mittagessen vorgetragen wurden [2]

Bei der Entscheidung, welche Frage auf dieser Veranstaltung überhaupt gestellt werden sollte, wurde nach ersten Versuchen ganz bewusst darauf verzichtet, nochmals Stellungnahmen zum Ende der CeBIT anzurufen.

Erste Testläufe liessen schnell erahnen, dass die Dokumentation dieser Antworten wahrlich kein Vergnügen geworden wäre, auch wenn das Thema sicherlich nach einer ersten eigenen Stellungnahme später nochmals in einem anderen Zusammenhang zur Sprache kommen wird.

Es wurde auch darauf verzichtet, solche Situationen herzustellen, wie jene in den ZDF-Interviews, die dann am Freitag dieser Woche in dem Format der nachfolgend dokumentierten heute show präsentiert wurden.

Vielmehr wurden ganz bewusst ausschliesslich jene Momente genutzt, in denen die Menschen Zeit hatten, in den Schlangen vor der Garderobe, oder vor der Kaffeemaschine, auch wurde ganz bewusst auf den Einsatz einer Kamera verzichtet und allen Befragten - trotzt erkennbarem Badge - die volle Anonymität ihrer Aussage vor jedem der Interviews zugesagt
 [3].

V.

Am Freitagabend am 7. Dezember 2018 strahlte das ZDF die heute-show mit Oliver Welke und Tina Hausten, Lutz van der Horst, Albrecht Humboldt, Dennis Knossalla und Friedemann Weise aus [4]

Ab Minute 28:00 wird als letzter Beitrag eine Reihe von Interviews von Lutz van der Horst vom DigitalGipfel in Nürnberg ausgestrahlt. Mit von der Partie sind auch diese drei MinisterInnen, zweimal CSU und einmal SPD:

VI.

Und heute sprechen in der Dlf-Sendung "Computer und Kommunikation" Peter Welchering und Manfred Kloiber über "Sicherheitslücken und Datenschutz", der in der Audiothek als auch hier nachgehört werden kann:

VII.

Während im Nachgang zu dieser Veranstaltung in der FAZ die Forderung ihrer Abschaffung erhoben wurde, steht fest, dass sie sowohl 2019 als auch 2020 eine Fortsetzung finden wird. Es gibt mehr als genug Bewerbungen für diese. Und es wird wohl ein wenig so verfahren werden wie das Olympischen Komitee, das die Orte der Olympischen Spiele für die Jahre 2024 und 2028, Paris und Los Angeles, mit einer Entscheidung bekanntgegeben hat.

Klar ist schon jetzt, dass sich der Dialog zwischen der Politik und der Wirtschaft um die Partizipation der Zivilgesellschaft erweitern wird, dass er noch internationaler werden wird, aber auch noch kreativer und kritischer. Will sagen, dass es ihm gut anstehen würde, wenn noch mehr über die gesamtgesellschaftliche Bedeutung dieser Herausforderungen nicht nur gesprochen würde, sondern diese in der alltäglichen Praxis stärker zum Vorschein käme.

VIII.

"Die Mühen der Gebirge liegen hinter uns", so Brecht anno 1949. Alle drei an dieser Stelle vorgeführten Interviews - sei es in diesem Blog, in der Satire-TV-Show oder in einem Radio-Fachmagazin - zeigen, dass wir noch nicht einmal jene Gipfel erklommen hätten, von denen man zumindest über das sich aktuell auftürmenden Gebirge hinwegsehen könnten. Wir sind derzeit so sehr damit beschäftigt, über die Zukunft zu spekulieren, dass es immer noch allzu schwer zu sein scheint, sie auch pro-aktiv mit zu gestalten. Und, wenn ja, diese nicht nur aus den US-amerikanischen und Süd-Ost-asiatischen Blaupausen abzukupfern.

Vielleicht könnten ja auf einem der nächsten Panels die Gipfelstürmer auch mal davon berichten, wie sie gescheitert sind, warum, und was sie dazu bewogen hat, weiterzumachen?!

P.S.

Am Sonntag berichtet Sissi Pitzer im BR-Medienmagazin über den Digital-Gipfel und fragt: "Was passiert mit der kreativen Branche in der Digitalisierung?" ohne dabei auf Frau Monika Grütters, no show Staatsministerin für Kultur und Medien, getroffen zu sein. Statt ihrer sind zu hören:
— Jürgen Doetz: Digital ist mehr als Technik
— Dr. Angela Merkel: Für die Bepreisung von Kreativität
— Peter Altmaier: Die Paywall ist eine Krücke, wir brauchen ein Spotifiy für den Print-Content
— Achim Berg: Nicht nur der Wetterbericht, auch die Nachrichtensprecher könnten ein KI-Produkt werden.

Anmerkungen

[1Zum Beispiel anlässlich der hub.berlin am 28. November 2017

[2Bereits am Vorabend wurde in der Warteschlange vor der Garderobe zum Bitkom-Empfang eine erste Serie von Interviews geführt, die auf Anfrage ebenfalls zur Verfügung gestellt werden könnten, hier aber diesen Beitrag an dieser Stelle überfrachten würden.

[3Und diese Anonymität wird voll und ganz gewahrt werden (bis vielleicht auf die Mitteilung der Beobachtung, dass die einzige Person, die auf die Anfrage unwillig - um nicht zu sagen unwirsch - reagierte, aus dem Hause "Audi" kam.

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