„1914/1918 - Not Then, Not Now, Not Ever“

VON Dr. Wolf SiegertZUM Mittwoch Letzte Bearbeitung: 8. November 2018 um 00 Uhr 21 Minuten

 

Pressemitteilung

Bundestagspräsident Schäuble eröffnet Ausstellung „1914/1918 - Not Then, Not Now, Not Ever“
ZEITKORREKTUR!!!
Mittwoch, 7. November 2018, 16 Uhr
Reichstagsgebäude, Abgeordnetenlobby

Die Ausstellung „1914/1918 - Not Then, Not Now, Not Ever“ zeigt im Reichstagsgebäude Arbeiten von international renommierten Künstlerinnen und Künstlern, die ein Jahrhundert nach Kriegsende ein ganz besonderes Zeichen für Frieden setzen. Mit dabei sind unter anderem Arbeiten von Christian Boltanski, Monica Bonvicini, Tony Cragg, Ilya & Emilia Kabakov, Anish Kapoor, Jana Sterbak, Roman Ondak und Günther Uecker.
Enthüllt wird das gemeinsame Kunstprojekt am 7. November 2018 ab 17 Uhr in Anwesenheit von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble. Eine Vorbesichtigung durch Pressevertreter ist ab 16 Uhr möglich. Eine gültige Akkreditierung des Bundestages ist notwendig (www.bundestag.de/presse/akkreditierung).
Im Rahmen von „1914/1918 - Not Then, Not Now, Not Ever“ entstehen 31 symbolhafte Friedenszeichen - gestaltet von Künstlerinnen und Künstlern aus den 31 Staaten, die am Ersten Weltkrieg militärisch beteiligt waren. 29 Staaten hatten die Pariser Vorortverträge unterzeichnet, Russland und die Ukraine bereits zuvor Separatfrieden geschlossen. Der Ausstellungstitel geht zurück auf das Buch „Toen niet, nu niet, nooit“ der niederländischen Bildhauerin und Widerstandskämpferin Truus Menger-Oversteegen.
Alle 31 Arbeiten haben eines gemeinsam: Ausgangspunkt bildet jeweils ein Quader aus Eichenholz (30 x 30 x 30 cm), der den beteiligten Künstlerinnen und Künstlern zur individuellen Gestaltung zur Verfügung gestellt wurde. Das Holz stammt aus einem umkämpften Frontabschnitt im Elsass und trägt bis heute Spuren des Krieges. Verletzungen im Holz, eingeschlossene Reste von metallenen Kriegsgeschossen und schwarze Verfärbungen machen aus den Holzelementen gleichermaßen Relikte wie Zeitzeugen des Krieges. Aus den ursprünglich einheitlichen Blöcken sind dabei 31 ganz unterschiedliche Kunstwerke entstanden.
Die Ausstellung „1914/1918 - Not Then, Not Now, Not Ever“ ist vom 10. November 2018 bis 6. Januar 2019 im Rahmen von Führungen durch den Deutschen Bundestag zu sehen. Danach wird sie in Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen in deren New Yorker Hauptquartier gezeigt und soll dort ein Zeichen für ein friedliches Zusammenleben ohne Gewalt setzen.

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Über die Teilnahme an dieser Veranstaltung zu sprechen ist nicht wirklich möglich. Hier wird zunächst geschildert, wie es dazu kam [1]:

Der Zugang zu eben dieser nahm mehr Zeit in Anspruch, als die ganze Veranstaltung selber gedauert hatte. Und das kam so:
Zunächst wurde irrtümlich mit dem Paul Löbe Haus der falsche Zugang gewählt. Von dort erfolgte die Überweisung zum Eingang des Reichstagsgebäudes mit dem Kürze: "RTG Nord". Dort wurde aber kein Einlass gewährt, da nach der Vorlage aller Unterlagen nach einer roten Akkreditierungskarte gefragt wurde.
Läge diese nicht vor, auch wenn der Antrag entsprechend bestätigt worden sei, müsse diese persönlich im Bundespresseamt abgeholt werden.
Dort schliesslich angekommen, heisst es: "kommen Sie morgen wieder vorbei, heute arbeitet hier keiner mehr..."
Zurück zum "RTG", dieses Mal zum Haupteingang, wo zunächst eine erneute Zurückweisung stattfindet... bis ein Mann im Anzug und einem Bundesader im Revers auf den Eingang "RTG Süd" verweist.
Dort, nach erneut langer Wartezeit, wiederum eine Ablehnung des Begehrs, an der Veranstaltung teilnehmen zu dürfen, trotz des Nachweises aller extra für einen solchen Fall eigens ausgedruckter Unterlagen. Nein, der Name sei auf der Liste der zugangsberechtigten Personen nicht verzeichnet. [...]
Als dann schlussendlich doch der Zugang möglich gemacht wird, wird in der kleinen Abgeordnetenlobby, vor dicht gedrängtem Publikum Musik zur Darbietung gebracht: Franz Lehar in einem Lied aus der Zeit 1916/17.

Wir spielen hie einen Mitschnitt dieser Musikdabietung ein:

[... folgt]

Und überlassen die Rezension der Kunstwerke anderen, dafür qualifizierten Beobachterinnen.

Es ist gut, diesen Beitrag zu hören. Denn nach all dem Erlebten hätte interessiert, was die Veranstalter selber zu diesem Unterfangen gesagt haben. Die aber sind, wichtig, wichtig, mit vielem Anderen beschäftigt, als noch solch einem Menschen mit dem Mikro Rede und Antwort zu stehen - obwohl man sie bei einer gezielteren Ansprehche auch sicherlich nochmals zu einer Stellungnahmem hätte bewegen können.

Stattdess aber bildet sich nach der Ende der muskalischen Darbietungen ene riesige Menschen- und Medien-Maschinen-Traube rund um den Präsidenten des Bundestages. Und, sobald dieser davongerollt ist, um die eine Künstlerin oder den anderen Künstler.

Allein, es gab kein Vorwissen, kein Material, keine Gesprächpartner, alle waren schon mit selch selbst und untereinander beschäftigt und redeten... über Dienstpläne, Geburtstagen, dem Wohnergehen von Freunden und Freundesfrenden... und all das schmerzt, angesichts eines solchen Themas.

Nicht, dass man hier vor Andacht und Erfurcht in ein tiefes Schweigen hätte verfallen sollen, und doch macht das Angebot, ob man lieber O-Saft oder Sekt trinken wollen, verlegen, ja: sprachlos.
Warum nur? Hier spielen sich die gleichen Rituale und Usancen in die Hände, die auf jeder einer solchen Vernisage Gang und Gäbe sind. Und doch schmerzen sie angesichts enes solche Themas.

Irgendetwas stimmt hier nicht, dabei verläuft alles in geordneten Bahnen. Und sei es nur, dass keine(r) der anwesenden Künstler(innen) noch in irgend einer Art oder Weise einen direkte Zugang zu diesem Thema gehabt hätte. Weder für sie, noch für das Publikum hat das Thema Krieg noch eine offensichtliche, aus dem eigenen Erleben zu referierende Konnotation.

Das Thema des Krieges, das hier in einer Reihe von Arbeiten zum Gegenstand gemacht wird, ist in vielen Fällen nicht aus sich heraus einsehbar.

[wird fortgesetzt...]

Anmerkungen

[1... auch dann, wenn das eigentlich nicht die Absicht diese Beitrags war.


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