A (ZERO last note)

VON Dr. Wolf SiegertZUM Donnerstag Letzte Bearbeitung: 30. Juli 2018 um 21 Uhr 05 Minuten

 

Urlaub auf Föhr Tag 13

0.

Heute wurde die in den letzten zwei Wochen gefahrene und besprochene Maschine an einen Nachfolge-Tester am Flughafen in Wyk übergeben, samt einem Gutschein für die Rücküberführung mit der WDR-Fähre aufs Festland nach Dagebüll.

1.

Und das kam so: Zunächst war eben diese für den nachfolgenden Freitag geplant. Dann aber hat allein die Nutzung dieser Maschine auf der Insel so viel Echo gefunden, so viel Gespräch vor dem Aufsteigen und nach dem Absteigen ausgelöst, dass sich aus all diesen Kontakten sogar Anfragen entwickelten, wie man selber an so eine Maschine kommen könne.

Denn dass da jemand ganz ohne Lärm mit diesem schnittigen Teil über die Insel fährt, hatte sich in Windeseile herumgesprochen. Und da die Leute hier durchaus gesprächig und neugierig sind, war alsbald vor und nach jeder Fahrt noch eine zusätzliche „Schnack-Zeit“ mit einzuplanen…

Sicher, das Teil ist ein „Hingucker“, macht einen guten, soliden und letztendlich doch eher sportlichen Eindruck und weckt schon von daher das Interesse Vieler, die es zu Gesicht bekommen. Steht man dann noch in der Nähe und ist man mit seiner Motorradkleidung einwandfrei identifizierbar, wird man auch alsbald angesprochen.

Interessant war dabei vor allem, dass der sonst so kritische Punkt der Reichweite zwar sehr früh immer wieder in all diesen Begegnungen angesprochen wurde, sich dann aber als Thema alsbald in „Luft“ auflöste: Denn mit rund 200 km ist man auf einer Insel wie dieser immer im grünen Bereich.

2.

Auf diesem Wege kommt es auch zu einem Gespräch von Pilot zu Pilot am Flughafen in Wyk auf Föhr. Und es geschieht wahrlich Verwunderliches: Wir reden so gut wie gar nicht über die Maschinen, die wir schon geflogen sind, sondern über die Motorräder, die wir gerade so fahren.

Schnell ist das Eis gebrochen und schon in der zweiten Begegnung kommt die Frage auf, ob es nicht eine Möglichkeit gäbe, dieses Teil selber mal fahren zu können. Die entsprechenden Kontakte zur ZERO-Leitzentrale machen es möglich. Und so gilt es letztendlich als vereinbart, dass die Maschine noch bis zum Beginn der KW 31 bei dieser neuen Testperson und damit auf der Insel verbleiben kann.

Nach der Übergabe die Rückfahrt in einem der letzten Mexiko-Käfer, der für den Inselbetrieb ebenfalls als Elektrofahrzeug umgebaut wurde und hier auf diesem Übergabe-Foto zu sehen ist [1]

3.

Beim Abendessen kommt die Frage, ob es denn nicht schwergefallen sei, nun wieder „ohne“ zu sein. Die Antwort fällt nicht leicht. Sie ist ein „Ja“, verbunden mit einem „Nein“ – auf das hier am Schluss noch etwas genauer eingegangen werden soll.

Für eine eigene Maschine aus der Baureihe 2019 wären folgenden Veränderungen von Vorteil:

- Motorradständer: darüber ist ja gleich im ersten Beitrag berichtet worden: Das Teil sollte zumindest etwas länger und dann weiter ausladend sein [2].

. Denn die Gefahr, dass die Maschine sonst kippt – wie hier bei Wind und auch nur leicht abschüssiger Fahrbahn geschehen – ist zu gross. Noch besser wäre ein klassischer Doppelständer.

- Licht: Dass die Maschine mit einer Alarm-Blink-Schaltung ausgerüstet ist, ist gut und von Vorteil. Von Nachteil ist, dass mit dem Freischalten des Motorrades immer auch das Licht angeht – das mag ja auch als Default-Einstellung sinnvoll sein – dann aber nicht getrennt abgeschaltet werden kann (auch in der aktuellsten App-Ausgabe findet sich dazu keine Möglichkeit). Die Lichtausbeute auf der nächtlichen Strasse ist zufriedenstellend. Vielleicht liesse sich aber mit einer LED-Version bei gleicher oder sogar besserer Ausbeute noch eine zusätzliche Menge an Strom sparen.

- Zubehör: Diese Maschine wurde im Gegensatz zur ersten Teststellung mit viel Zubehör ausgeliefert, das sich auch als durchaus sinnvoll und hilfreich erwies. Von den Windbrakern an den Seiten und vor dem Fahrersitz bis zum Rainguard und den Bordcases an den Seiten (auch wenn das nunmehr beim Auf- und –Absteigen ein wenig zusätzliche Akrobatik erforderlich macht). Wären diese Teil stabiler und nicht aus Plastik, würden sie sich sogar als echte alternative Sturz"bügel" sinnvoll einsetzten lassen.

4.

Nitty-Gritty: Da gibt es natürlich noch so eine Reihe von Kleinigkeiten, die sich vielleicht bei einem solchen Preis doch noch mit einrichten lassen könnten.

Hier werden nur drei genannt:

1. Der Anschlag beim vollen Lenkausschlag auf beiden Seite ist abrupt und hart. Ja, das ist auch bei anderen Maschinen aus anderen Häusern so. Und dennoch wäre eine Dämpfung hier von Vorteil.

2. Die Einstellung der Sitzhöhe wäre von Vorteil. Denn gerade dann, wenn die Maschine rückwärts zu rangieren oder im Stand zu halten ist – insbesondere beim Auf- und Absteigen eines Mitfahrers / einer Mitfahrerin – ist ein sicherer Stand auf der ganzen Sohle von Vorteil.

3. Die Hupe: Ja, sie ist ausreichend laut. Und das ist wichtig gerade bei einem Fahrzeug, das fast vollständig geräuschlos an den nicht in Metall verpackten Menschen vorbeigleitet. Aber eben aus diesem Grunde ist der Gebrauch der Hupe häufiger zu empfehlen als bei einem klassischen Ein-/Zwei oder Vier-Topf-Zerknalltreibling. Und da wäre dann doch etwas Sounddesign angesagt, so wenig diese Idee im Zusammenhang mit Kraftfahrzeugen sonst im Vordergrund des Interesses des Autors stehen mag.

5.

Summa Summarum: Ein tolles Teil, das sich schon im Winter bei Kälte bewährt hat und jetzt in diesen Sommertagen seine ganzen Stärken spielend und zum Vergnügen der Fahrer, der Gäste und vor allem zu Wohl der Umwelt zur Geltung bringen konnte.

WS.

Anmerkungen

[1Ein weiteres Foto findet sich auf diesem Eintrag B (Westküstenflug).

[2Oder über einen weiteren Bügel verfügen, wie an diesem Beispiel einer Suzuki anno 1983 zu sehen ist:
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