R (alte Kirchen-Musik)

VON Dr. Wolf SiegertZUM Dienstag Letzte Bearbeitung: 18. Juli 2018 um 00 Uhr 05 Minuten

 

Urlaub auf Föhr Tag 11

Heute im sogenannten Friesendom auf Nieblum / Föhr:

Dienstag, 17. Juli, 21 Uhr

Nachtkonzert | Orgelkonzert bei Kerzenschein

ALTE KIRCHE – ALTE MUSIK – ZEIT


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Birgit Wildeman spielt Orgelmusik aus Renaissance und Barock.

Werke von Schlick, Bucher, Bach, Frescobaldi, Pachelbel.

Bei diesem Konzert zu ungewöhnlich später Zeit geht es darum inne zu halten, Zeitdimensionen wahrzunehmen. Die Zeit, in der diese Kirche erbaut wurde, Komponisten, die sich vor hunderten von Jahren Gedanken gemacht haben, ihr Wissen, ihre Musikalität, ihre Sehnsucht, ihre Spiritualität in Musik übersetzt haben, unser eigenes Leben im Fluss der Zeit in Ruhe betrachten können oder einfach nichts zu tun und zu lauschen.

Im Anschluss: Kleine Führung durch St. Johannis.

Welch ein Unterschied nach den vorangegangenen Konzert vom vergangenen Freitag, den 13, Juli. Gewiss, diese in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts neu eingebaute Orgel ist nicht gerade einer der Höhepunkte der Orgelbaukunst - genauso wie zuvor vergeblich versucht wurde, dieses aus dem 13. Jahrhundert stammende Gebäude mit Betoneinfügungen zu restaurieren - aber was die Organistin auf diesem Instrument hervorgebracht hat, verdient zustimmende Anerkennung und Respekt. Sie hat sich ganz bewusst auf die leisen, schlichten Töne der Alten Meister verlassen. Und es ist ihr dabei gelungen, diese in diesem vergleichsweise alten Gebäude mit allem Respekt und frohgemuter Bravour zur Geltung zu bringen.

Sträflich unterschlagen in der oben zitierten Ankündigung ein Werk von Jehan Alain: "JA 71 – Le jardin suspendu, für Orgel [Oktober 1934]", das direkt dem Meister Bach vorangestellt worden war. Und einem Vergleich mit diesem durchaus Stand hielt.

Wenn man sich überlegt, dass eine solch wahrlich motivierte und qualifizierte Musikerin auf diese Stelle nur mit einem Hungerlohn von der evangelischen Kirche für ihre Arbeit entgolten wird. Einerseits. Und dass es unter den anwesenden Besuchern Gäste gibt, die sich erdreisten, als Entgelt für diesen Abend nicht einmal den kleinsten aller Scheine ins Körbchen mit den freiwilligen Beiträgen zu legen. Andererseits. So ist doch beides so nicht vertretbar. Selbst dann, wenn man nicht der evangelischen Kirche angehört - oder zu den gerade mal 5% Katholiken gehört, die es hier vor Jahr und Tag auf diese Insel(n) verschlagen hat.


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